Verschleiß III

Am 03.05.19 begrüßt der Blue-Square der Universität Bochum meinen Freund und literarischen Mentor Dr. Ulrich Schröder und mich zur Lesung.

Präsentiert werden die ersten Texte meines kommenden Lyrikbands „Sumpfblüte“ (A.T).
Mit „Sumpfblüte“ wird der Zyklus um die graue Flut abgeschlossen.
Der erste Band „Die graue Flut“ steht für die Welle aus Rationalität, Zahlen und Gleichschaltung, die uns alle unter sich begräbt und keinen Platz mehr für Emotionen lässt.
Der zweite Band „Stellaris“ appelliert zum erschaffen von Kunst gegen die Flut. Er ist ein Weckruf, sich nicht blindlings von den strahlenden Mediengestalten in die erlösende Gleichgültigkeit treiben zu lassen, sich nicht dem Takt der Prozessoren anzupassen, sondern aus der eigenen Gedankenkraft zu schöpfen.

Sumpfblüte steht genau zwischen beidem. Die Texte zeigen eine Welt, in der die Flut triumphiert hat, während die letzten Funken der Kunst, die unter ihren Massen begraben liegen sie langsam aufköcheln. Der daraus hochsteigende Dampf, der sich als Nebelwand auf die Wasseroberfläche legt zeigt Bilder von Tagen des Triumphs und des Verfalls. Zwischen Angst und Zuversicht legt sich der Verschleiß in jede offene Wunde und reißt den Körper seines Wirts seitwärts auf. Steckt noch etwas unter ihm?
Das Leben fordert seinen Tribut. Und dieser Tribut heißt „Alltag“. Dieser Tribut heißt „Fessel“. Dieser Tribut heißt Krankheit, Starre und Angst.
Dieser Tribut heißt „Wachsen“.
Dieser Tribut heißt „Vertrauen.
Er heißt „Lieben“ und er heißt „Fürsorgen“.
Er heißt aufblühen wie eine Knospe im Sumpf, zwischen Getier und Ranken nur noch ein paar Strahlen Sonnenlicht tanken und das darstellen was man ist.
Ein Gesicht und ein Blick mit Augen über Ringen aus nichts als Verschleiß.
Und doch eine ehrliche Blüte.

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